Dienstag, November 07, 2006

Das Märchen von der Vollbeschäftigung

Der technologische Fortschritt macht den Produktionsfaktor Arbeit zunehmend überflüssig. Trotzdem wiederholen wir gebetsmühlenhaft das Mantra von der Vollbeschäftigung. Die Realität schert sich bloß nicht um unsere Illusionen.

Eine sachlich falsche Behauptung wird durch ständige Wiederholung zwar nicht zuterffender, aber irgendwann immerhin zur gefühlten Wahrheit. Der britische Biologe Richard Dawkins beschrieb die Eigendynamik der Ideen 1979 in seinem Buch "Das egoistische Gen" als "Mimetik". Sie erweitert die Darwinsche Idee der Selektion auf den Bereich der Kultur. Gedankeneinheiten/Ideen werden innerhalb der Kultur ständig reproduziert. Wie ein Gen fungiert dabei jedes "Mem" als Replikator und es wirken die gleichen Prinzipien wie in der Evolutionstheorie. Die deterministische Kraft solcher Denkmuster nimmt mit der Anzahl der Wiederholungen zu und wird schließlich zur ungeprüft angenommenen Wahrheit [Sind die Gedanken wirklich frei?].

Wie ein Dawkinsches "Mem" hat sich auch eine Pseudotheorie zu den Ursachen der Massenarbeitslosigkeit verbreitet. Völlig ungeprüft ist eine bloße Behauptung zur Grundlage der Diskussion über die Zukunft der Erwerbsgesellschaft gemacht geworden. Ein Diskurs, der auf der Annahme womöglich unzutreffender Sachverhalte geführt wird, kann schwerlich zu „realitätsfesten" Ergebnissen führen.

Zum Verlust industrieller Arbeitsplätze wird unablässig behauptete, wir verlören in Deutschland Jobs weil die bösen Unternehmer Stellen ins Ausland verlagern. Tatsache ist aber, die Zahl der Arbeitsplätze die in Deutschland verschwinden weil sie in Billiglohnländer verlagert werden, ist gering...

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